Die Frage wird meist als Kostenfrage gestellt und dabei falsch gerechnet. Verglichen wird ein Agenturhonorar mit einem Bruttogehalt – zwei Zahlen, die unterschiedliche Dinge enthalten.

Die Rechnung, die stimmt

Eine interne SEO-Stelle kostet mehr als das Gehalt: Arbeitgeberanteile, Arbeitsplatz, Werkzeuglizenzen, Weiterbildung, Urlaubs- und Krankheitsausfall. Als grobe Näherung liegen die Vollkosten bei etwa dem Anderthalbfachen des Bruttogehalts.

Dem gegenüber steht ein Agenturhonorar, in dem Werkzeuge, Vertretung und geteiltes Spezialwissen bereits enthalten sind. Der ehrliche Vergleich lautet also: Vollkosten einer Stelle gegen Jahreshonorar.

Daraus ergibt sich die übliche Schwelle: Unterhalb von etwa 60.000 bis 80.000 Euro jährlichem SEO-Budget ist eine eigene Stelle wirtschaftlich schwer darstellbar.

Was für die Agentur spricht

  • Breite. Technik, Inhalt, Strategie und Analyse sind unterschiedliche Profile. Eine Agentur bringt mehrere Personen ein, eine Stelle bringt eine.
  • Erfahrungstransfer. Wer parallel an zwanzig Projekten arbeitet, erkennt Muster, die intern nicht sichtbar werden.
  • Keine Ausfallrisiken. Urlaub, Krankheit und Kündigung legen die Arbeit nicht still.
  • Distanz. Ein Externer kann Dinge aussprechen, die intern politisch schwierig sind.

Was für Inhouse spricht

  • Produktwissen. Wer täglich im Unternehmen ist, versteht das Geschäft anders als jemand mit zwei Terminen im Monat.
  • Geschwindigkeit. Kein Ticket, keine Freigabe, kein Abstimmungstermin – die kurze Nachfrage im Nachbarbüro spart Wochen.
  • Kontinuität. Wissen bleibt im Haus, auch bei einem Dienstleisterwechsel.

Das Mischmodell

Für die meisten mittelständischen Unternehmen ist die tragfähigste Lösung eine Kombination: eine interne Person mit Umsetzungskompetenz und Entscheidungsbefugnis, ergänzt durch externe Spezialisierung für Technik, Strategie und Belastungsspitzen.

Der entscheidende Punkt ist dabei nicht das Wissen, sondern die Kapazität. Der häufigste Grund für ein gescheitertes SEO-Projekt ist nicht mangelnde Kompetenz auf Agenturseite, sondern dass die Empfehlungen intern niemanden finden, der sie umsetzt. Wer diese Rolle intern besetzt, löst das Problem – unabhängig davon, wie viel diese Person selbst über SEO weiß.

Unabhängig vom Modell

Konten laufen auf das Unternehmen, Inhalte gehören dem Unternehmen, Dokumentation liegt im Zugriff des Unternehmens. Diese drei Punkte gelten bei Agentur, Freiberufler und interner Stelle gleichermaßen – auch Mitarbeiter wechseln den Arbeitgeber.