Die Preisspanne bei SEO-Angeboten ist so groß, dass sie Auftraggeber regelmäßig ratlos zurücklässt: Für dieselbe Anfrage kommen Angebote über 400 Euro monatlich und über 6.000 Euro monatlich herein. Beide sind nicht zwangsläufig unseriös – sie beschreiben nur unterschiedliche Leistungen.
Die drei üblichen Modelle
Monatliche Betreuungspauschale
Das häufigste Modell für laufende Arbeit. Vereinbart wird ein fester Betrag für ein definiertes Kontingent an Leistungen – Analysen, Textarbeit, technische Anpassungen, Abstimmungstermine. Der Vorteil liegt in der Planbarkeit auf beiden Seiten; der Nachteil darin, dass „Betreuung" ohne genaue Beschreibung fast beliebig auslegbar ist.
Übliche Rahmen im DACH-Raum: 800 bis 2.500 Euro monatlich für kleine und mittlere Unternehmen, 2.500 bis 8.000 Euro bei größerem Umfang oder mehrsprachigen Auftritten. Nach oben ist die Skala offen.
Projektfestpreis
Sinnvoll bei abgegrenzten Vorhaben: ein Audit, eine Migration, der SEO-Anteil an einem Relaunch. Der Umfang steht fest, der Preis auch. Ein einmaliger Audit kostet je nach Tiefe 1.500 bis 8.000 Euro – der Unterschied liegt darin, ob ein Werkzeug ausgelesen oder tatsächlich analysiert wurde.
Stundensatz
Meist 90 bis 180 Euro, bei ausgewiesenen Spezialisten auch darüber. Praktisch für punktuelle Unterstützung, unpraktisch für längere Vorhaben – niemand plant gern ein Budget, dessen Obergrenze offen ist.
Warum sehr günstige Angebote teuer werden
Bei 400 Euro monatlich stehen einer Agentur nach Abzug von Gemeinkosten etwa zwei bis drei Arbeitsstunden zur Verfügung. In dieser Zeit lässt sich ein automatisierter Bericht erzeugen und eine E-Mail schreiben. Was sich nicht darin unterbringen lässt: Texte schreiben, mit Entwicklern sprechen, Wettbewerber ansehen, Änderungen umsetzen und deren Wirkung prüfen.
Das Problem ist nicht der niedrige Preis, sondern die Erwartung, die daran hängt. Nach zwölf Monaten liegen zwölf Berichte vor und an der Website hat sich nichts geändert. Die 4.800 Euro waren dann nicht günstig, sondern verloren.
Was den Preis tatsächlich treibt
- Größe und Zustand der Website. Ein gewachsener Auftritt mit 40.000 URLs und drei Systemgenerationen ist etwas anderes als eine 30-seitige Unternehmensseite.
- Sprachen und Märkte. Jede weitere Sprachfassung vervielfacht Textarbeit und technische Prüfung.
- Wettbewerbsintensität. In hart umkämpften Feldern reicht solide Arbeit nicht, dort muss deutlich mehr investiert werden.
- Wer umsetzt. Der größte Kostenfaktor überhaupt. Wenn die Agentur Empfehlungen nur schreibt und ein interner Entwickler sie umsetzt, ist die Pauschale niedriger – dafür braucht es intern verlässliche Kapazität.
Die Frage, die den Vergleich möglich macht
Nicht „was kostet es", sondern: Was liefern Sie in einem durchschnittlichen Monat – in zählbaren Einheiten? Wie viele Texte, wie viele Stunden Umsetzung, wie viele Abstimmungstermine, welche Auswertungen.
Sobald diese Frage im Briefing steht und alle Anbieter denselben Text bekommen, werden die Angebote vergleichbar. Ohne sie vergleicht man Zahlen, die sich auf unterschiedliche Dinge beziehen.
Erfolgsabhängige Modelle
Sie klingen nach Interessengleichlauf, verlagern aber die Steuerung. Wer nach Positionen bezahlt wird, optimiert auf Positionen – auch auf solche, die keinen Umsatz bringen. Wer nach einem Sichtbarkeitswert bezahlt wird, optimiert auf eine Kennzahl, die ein Werkzeughersteller definiert hat.
Wenn erfolgsabhängig, dann an einer Größe, die dem Geschäftsziel unmittelbar entspricht – etwa qualifizierte Anfragen. Das setzt allerdings eine saubere Zurechnung voraus, und daran scheitern die meisten Modelle in der Praxis.