Die meisten problematischen Angebote sind nicht betrügerisch, sondern verkaufen etwas anderes, als der Kunde zu kaufen glaubt. Die folgenden sechs Muster tauchen dabei immer wieder auf.

1. Garantierte Platzierungen

„Platz 1 in drei Monaten, garantiert." Niemand kontrolliert die Reihenfolge der Suchergebnisse – weder den Algorithmus noch das, was Wettbewerber tun. Was tatsächlich garantiert wird, sind Positionen für Suchbegriffe, die sich der Anbieter selbst aussucht: lange, exakt formulierte Wendungen, die niemand eingibt und für die es keinen Wettbewerb gibt.

Gegenfrage im Gespräch: Für welche konkreten Begriffe gilt die Garantie, und welches monatliche Suchvolumen haben sie? Danach erledigt sich das Thema meist von selbst.

2. Behauptete Google-Partnerschaft

Es gibt ein Partnerprogramm für das Werbeprodukt Google Ads. Für organische Suchergebnisse gibt es nichts Vergleichbares – keine Zertifizierung, keine Partnerschaft, keinen bevorzugten Draht. Wer im Zusammenhang mit SEO von einer offiziellen Partnerschaft spricht, vermischt beides entweder aus Unwissen oder mit Absicht.

3. Backlinkpakete mit Stückzahl

„500 hochwertige Backlinks für 299 Euro." Verweise entstehen, weil jemand etwas verlinkenswert findet. Was sich in Paketen kaufen lässt, stammt aus Verzeichnissen und Netzwerken, die zu diesem Zweck betrieben werden – und die als solche erkennbar sind.

Das verstößt gegen die Richtlinien der Suchmaschinen und kann zu Herabstufungen führen. Vor allem aber wirkt es nicht: Ein Muster, das massenhaft auftritt, ist leicht zu identifizieren.

4. Unaufgeforderte Warnmails

„Wir haben Ihre Website analysiert und schwerwiegende Fehler gefunden." Solche Nachrichten werden automatisiert an tausende Adressen verschickt. Die genannten Fehler sind generisch und treffen auf fast jede Website irgendwie zu.

Erkennungsmerkmal: keine konkrete URL, kein konkreter Befund, dafür Dringlichkeit. Eine echte Analyse würde benennen, welche Seite betroffen ist und was genau daran nicht stimmt.

5. Zeitdruck im Erstgespräch

„Der Preis gilt nur bis Freitag." SEO ist eine Investition über zwölf Monate und mehr. Es gibt keinen sachlichen Grund, warum eine Entscheidung darüber innerhalb von 48 Stunden fallen müsste. Zeitdruck ist ein Verkaufsinstrument und sagt etwas darüber, wie später gearbeitet wird.

6. Keine Fragen zum Geschäftsmodell

Das unauffälligste, aber vielleicht aussagekräftigste Signal. Wer SEO sinnvoll betreiben will, muss wissen, womit ein Unternehmen Geld verdient: Welche Leistung trägt die Marge, welche Kunden sind die interessanten, wie lang ist der Entscheidungsweg, was passiert nach der Anfrage.

Ein Erstgespräch, in dem ausschließlich über Suchbegriffe und Werkzeuge geredet wird und keine einzige Frage zum Geschäft gestellt wird, deutet auf ein Standardpaket hin, das jeder Kunde in derselben Form bekommt.

Was kein Warnsignal ist

Ein paar Dinge werden häufig als verdächtig gewertet, sind es aber nicht: eine kleine Agentur mit zwei Personen, ein Anbieter ohne Zertifikate an der Wand, eine Mindestlaufzeit von zwölf Monaten oder die Weigerung, im Erstgespräch eine Prognose abzugeben. Letzteres ist eher ein gutes Zeichen.